Landesarbeitsgemeinschaft für Zahngesundheit
Baden-Württemberg e.V.

Betreuung von Still- und Krabbelgruppen:

Die Betreuung von Still- und Krabbelgruppen wurden wie im Jahr vorher weiterhin von Frau Goldner (ZMF / Prophylaxehelferin) und Frau Wasmuth (Fachfrau für Kinderernährung) durchgeführt.

Besondere Betreuung in Kindergärten:

Zusätzlich zur jährlichen Betreuung (das Einverständnis der jeweiligen Leiterin vorausgesetzt) wurden einige Kindergärten von einer Prophylaxehelferin, zum Teil auch in Verbindung mit einer Fachfrau für Kinderernährung besucht. Der Zweck dieses Besuchs war es, die Eltern der Kinder anzusprechen und über die Zahngesundheit zu informieren.
In den meisten dieser Kindergärten wurde, wenn die Mütter oder auch die Väter ihre Kinder abholten, ein Informationsstand aufgebaut und alle Fragen der Eltern individuell beantwortet.

In einem Kindergarten in Triberg führten wir ein besonderes Projekt durch: Unter dem Motto "Gutes Vorbild ist die beste Erziehung" wurden die Mütter mit ihren Kindern zum 2. Frühstück in den Kindergarten eingeladen. Mit wertvollen Infos und Tipps rund um die Themen Ernährungserziehung und Zahnprophylaxe führten Frau Frey (Prophylaxehelferin der AG) und Frau Wasmuth (Fachfrau für Kinderernährung MLR) gemeinsam mit den Erzieherinnen des Kindergartens St. Anna durch den Morgen.
        
Die Mütter bereiteten mit ihren Kindern ein leckeres, kindgerechtes Frühstücksbüffet zu und nach einem gemeinsamen Lied: "Miteinander essen, das kann schön sein ....", wurde das Büffet eröffnet. Nachdem es nicht nur den Erwachsenen gut geschmeckt hatte, übten anschließend die Mütter gemeinsam mit ihren Kindern das Zähneputzen.
Am Ende waren sich alle einig:
Ernährungserziehung und gesunde Zähne sind im Kindergarten ein beständiges Thema. Kinder brauchen jedoch nicht viele Worte, sondern schöne Erlebnisse und gute Vorbilder.

Im November 2001 wurde dann in Schwenningen ein Projekt mit Kindergärten gestartet. Vier von sechs angesprochenen Kindergartenleiterinnen erklärten sich bereit zur Teilnahme. In den einzelnen Kindergärten wird alle 4 Wochen entweder vormittags oder nachmittags mit kleinen Gruppen, das Zähneputzen geübt. Das Ziel ist auch hier wieder, die Eltern in die Übungen mit einzubeziehen.

Vor dem Zähneputzen wird jedes Mal ein anderes Thema, wie z. B. Ernährung (Zuckertafel) ausführlich besprochen und anschließend bekommen die Eltern Broschüren zur Thematik. Selbstverständlich steht die Prophylaxehelferin auch für Beratungsgespräche zur Verfügung.
Das Ziel dieser Aktion ist es, durch die regelmäßige Präsentation der Jugendzahnpflege die Mundhygiene zu verbessern und das Verständnis der Kinder für Zahngesundheit zu normalisieren.
       
Prophylaxeunterricht:

Förderschulen


Bisher wurde schon von den Prophylaxehelferinnen, wie auch in den Kindergärten und Grundschulen, ein Prophylaxeunterrricht in den einzelnen Klassen der Förderschulen gestaltet. Im Gespräch mit dem Rektor der Bertholdschule in Villingen, Herrn Cherubini, wurde klar, daß wir noch mehr als bisher auf die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder eingehen sollten.
In dieser Schule führte eine Prophylaxehelferin zusammen mit dem Rektor und den Lehrkräften der Schule ein Projekt durch. Gemeinsam wurden Unterrichtseinheiten, theoretisch und praktisch, für die einzelnen Klassenstufen entwickelt.

Das war das Ergebnis in Kurzform:

Unterrichtseinheit Förderschule

1.+2. Klasse Ernährungsspiel
3. Klasse Zahnaufbau + Gebissmodell basteln
4. Klasse Zahnwechselspiel Kinder als Darsteller Pantomime + Fragebogentest
5. Klasse Zahnkreuzworträtsel (erzählen über die Aufgabe der Bakterien)
6. Klasse Ei-Test Elmex, Styroporzahn Karies
7. Klasse KFO, Zahnseide Handhabung, Film Zahnhygiene bei KFO
8. Klasse 3 Stationen, Gruppenarbeit
9. Klasse Talkshow (saubere Küsse schmecken besser)

Hauptschulen

Da in Hauptschulen, wie auch in den Förderschulen, der Anteil der Kariesrisikokinder (Kinder mit besonders hohem Anteil an kariösen Zähnen) sehr hoch ist, soll der Prophylaxeunterricht auch auf diese Kinder ausgedehnt werden.
Bisher wurde schon in den fünften Klassen im Kreisgebiet unterrichtet.
Für die älteren Kinder, vor allem in den achten / neunten Klassen gab es bis jetzt, auch auf Landesebene, keine Unterrichtseinheiten.
Um diesem Manko abzuhelfen, entwickelte die Sozial- und Arbeitsmedizinische Akademie Baden-Württemberg (Sama) zusammen mit einigen Prophylaxehelferinnen verschiedene Unterrichtsmethoden für die 8. / 9. Klassen. An diesem Pilotworkshop "Zahnpflege und Mundgesundheit" am 22./23. Oktober 2001 nahmen auch zwei Prophylaxehelferinnen (Frau Passalidu und Frau Goldner) der Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege im Schwarzwald-Baar-Kreis teil.
Die Ergebnisse wurden in einem Handbuch festgehalten, das eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Kurse der Sama zu diesem Thema sein wird.
Inzwischen werden bei uns die Schüler der 9. Klassen in Hauptschulen nach dem Motto "Saubere Küsse schmecken besser" unterrichtet.